Persönliche Assistenz – zwischen Freiheit und Abhängigkeit

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ASSISTENZ – zwischen Freiheit und Abhängigkeit

Körperpflege, kochen, putzen – für viele ganz selbstverständliche Tätigkeiten in ihrem Alltag. Doch Menschen mit Behinderungen können diese Handlungen oft nicht alleine meistern und benötigen dabei Unterstützung. Die Lösung für dieses Problem heißt Persönliche Assistenz! Assistenten führen Handlungen für körperlich eingeschränkte Menschen aus und ersetzen somit die Arme und Hände des Assistenznehmers. Dies hört sich erstmal unkompliziert an – doch welche Vorteile entstehen daraus wirklich und welche Schwierigkeiten verbergen sich dahinter?

Persönliche Assistenz umfasst alle Lebensbereiche des Alltags, in denen ein Assistenznehmer Hilfe benötigt – egal ob zuhause, auf der Arbeit, in der Freizeit o.ä. Dies fängt beim Jacke anziehen an und geht weiter bis ins zu Bett gehen. Häufig wird dies von Verwandten oder auch Freunden/Bekannten erledigt oder man lebte in Einrichtungen. Mit dem selbstständigen Wohnen mit Hilfe Persönlicher Assistenz ist es jedoch möglich, selbstbestimmt zu leben und nicht mehr von der Gutmütigkeit anderer Personen abhängig zu sein. Dies ist insbesondere auch für die Personen eine große Erleichterung, die sehr wenig Unterstützung von ihrer Familie erhalten oder bei denjenigen, die sich selber als große Belastung sehen.

Das Leben mit Assistenz bringt viele Freiheiten, aber auch viele Herausforderungen, die es nicht einfach machen. Warum ist dies so? Es bedarf z.B. persönlicher Eigenschaften in Bezug auf die Assistenten. Dies fängt schon bei der Auswahl der Assistenten an. Ist der Assistent zuverlässig? Kann ich dem Assistenten Vertrauen schenken? Macht der Assistent auch das, was ich möchte? Dies sind alles Fragen, worauf ein Assistenznehmer im ersten Gespräch mit einem Bewerber bereits Antworten sucht.

Um als Persönlicher Assistent zu arbeiten, bedarf es keinem Staatsexamen, Masterabschluss, Ausbildung, Schulabschluss usw. Assistenten benötigen keinen vorzeigbaren Abschluss, dafür aber überdurchschnittliche Stärken im zwischenmenschlichen Umgang. Neben ganz selbstverständlichen Tugenden im Arbeitsleben, wie z.B. Zuverlässigkeit, gibt es weitere wichtige Anforderungen, die vielen Menschen in der Gesellschaft heutzutage fehlen. Eine solche Anforderung ist Empathie – die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können. Jeder Assistent sollte dazu in der Lage sein und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen können. Hierzu ein Beispiel aus dem Alltag: Der Assistenznehmer ist spät dran und möchte schnell aus dem Haus, um die Bahn zu bekommen. Wenn der Assistent in dieser Situation seine eigenen Bedürfnisse in diesem Augenblick nicht hinten anstellt und z.B. „noch eben etwas trinken möchte“, verpasst der Assistenznehmer die Bahn (und dies aufgrund seines Assistenten).

Neben der sozialen Empathie und dem Fingerspitzengefühl in bestimmten Situationen bedarf es andererseits aber auch persönliche Eigenschaften auf Seiten des Assistenznehmers. Es ist beispielsweise wichtig, selbst genau zu wissen, was man möchte. Erst dann kann ich es meinem Assistenten auch klar und unmissverständlich erklären. Eine gute Kommunikation ist dabei das „A und O“! Eine ebenfalls mindestens genauso wichtige Eigenschaft ist die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Das Verhältnis zu seinen Assistenten ist neben dem Arbeitsverhältnis auch eine Art Abhängigkeitsverhältnis und wird immer wieder gerne (von beiden Seiten) missbraucht. Beide Seiten müssen klar definiert sein und es sollte von Anfang deutlich gemacht werden, was Assistenz wirklich bedeutet …

Und was bedeutet Assistenz nun wirklich? Das gibt es im nächsten Blogbeitrag!

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